Donnerstag, 19. Januar 2017

Inselhopping-adventures in Thailand

Koh Phangan. Ein Meer aus Palmen. Dickicht soweit das Auge reicht, nur diese eine, zweispurige Straße windet sich durch den fast undurchschaubaren Fahnenwald. Hier sind wir jetzt also angekommen - man hört sogar durch die Fenster des Vans in dem wir sitzen das laute Zirpen und Rascheln der Einwohner des Urwalds. Es wird langsam dunkel und eine eigenartige Stimmung kommt auf, während sich der Van weiter seinen Weg hoch und runter die Straße bahnt. Man sieht hier sehr deutlich die Überbleibsel der Überschwemmungen der letzten Woche. Wenn man nur lange genug aus dem Fenster schaut erkennt man, wo sich das Wasser seinen Weg durch die Erdmassen gefressen hat. Schrotttürme ragen links und rechts auf, leere Plätze auf denen wahrscheinlich einen Monat zuvor noch eine Hütte mit ihren Einwohnern stand. Jetzt ist um uns vollkommene Dunkeheit eingetreten. Alles, was man nun noch als Anhaltspunkt hat, sind die ab und an vorbeifliegenden Lichter der Hotels oder Unterkünfte. Bei genauerem Betrachten fällt auf, das die Mehrheit der Hostels und Häuser auf kleinen Stelzen gebaut ist, so, als würden winzige Füße aus dem Boden der Häuser ragen und einen bei Nacht mit kleinen, trippelnden Schritten an einen anderen Ort tragen. 

Nachdem Anna - endlich (!!!) :)) - in Bangkok angekommen war, haben wir uns erst mal entschieden, ein paar Tage Bangkok zu erkunden. Zwar ist die Stadt unglaublich laut und hat eine große Variabilität an unangenehmen Gerüchen, trotzdem sollte man sich wenigstens ein paar Tage ihrem speziellen Flair hingeben. So beschlossen wir in unserem süßen, in der Altstadt gelegenem Hostel namens 'Oh Bangkok' (Empfehlung!) ig0rfg9c.23w - Entschuldigung, hier musste ich kurz innehalten weil sich unser Van auf eine verrückte Schaukelreise begeben hat...Für diese Straßen braucht man fast schon einen extra-Führerschein!
 Anna und ich blieben also noch für ein paar Tage in Bangkok, bevor wir uns auf die Reise in den Süden begaben. 
Per Bus und Fähre (schon mal eine Übernachtung gespart) sind wir auf die süße Insel Koh Samui übergeschifft. Wir waren beide so happy als wir endlich das Meer vor uns sehen konnten!! 




Ja, das ist das Gepäck das wir mit uns rumschleppen...Plus einen kleinen Rucksack vorne dran - manche Gesichter der Einheimischen wenn Sie uns zwei Mädels mit dem Gepäck helfen wollen und dann merken,wie schwer das wirklich ist, würde ich echt gerne fotografieren. 
Auf Koh Samui sind wir erst mal: natürlich an den Strand! Nach einer kleinen Erkundungstour durch die Stadt (haben erst mal zwei Fitnessstudios abgecheckt.. Priorities..) sind wir zur ca. 3 min entfernten Bucht gelaufen und ab ins wunderbar angenehme Meer! Das war so schön. Man konnte meterweit reinwaten ohne dass es tiefer wurde und sobald man einen Blick über die Schulter warf, hatte man die traumhafte Aussicht auf den weißen Strand mit all den sich vom Wind hin und her schwankenden Palmen.



 

Lange haben wir es in Koh Samui aber nicht ausgehalten. Nach einem Abend mit unseren sehr netten Zimmernachtbarn aus Schottland, England und Brasilien auf der "Partymeile" Koh Samuis und einem sehr heftigen Regengguss inklusive eines unglaublich lauten Gewitters in der Nacht entschlossen wir, per Fähre zur benachbarten Insel Koh Phangan zu fahren. Was sich als eine sehr gute Idee rausstellte. Hier ist es um einiges idyllischer und man hat das Gefühl, dass hier nicht auf jeden einheimischen 5 Touristen kommen... Liegt wahrscheinlich daran, dass wir außerhalb der Full-Moon-Party Zeit hier sind. Auf jeden Fall genießen wir hier die Zeit in unserem zwei-Bett Zimmer, das sich anfühlt wie purer Luxus! Dabei kostet es genauso viel wie zwei Betten in einem gemischten 10-Bett Zimmer in dem jeder (inklusive heimischen Insekten) ein Bad teilt. Hier lässt sich auch mal der ein oder andere Regenguss aushalten... Das Wetter ist und bleibt hier ziemlich wechselhaft. Gestern wollten wir ein bisschen den nahen Wasserfall erkunden. Als wir dort ankamen, kletterten wir auf etwas herum, das wie ein bei schönem Wetter wohl ziemlich spaßiges Kletterparadies aussah. Doch auf dem Rückweg vom "Tarzan-Haus" wurden wir so dermaßen vom Regen überrascht, dass wir trotz Regenjacken innerhalb von Sekunden durchnässt waren. Für die Schlitterpartie nach unten war also vorgesorgt. Abgesehen von ein paar mini-blauen Flecken und viel zu vielen Mückenstichen haben wir es aber heil nach unten geschafft. Die Aussicht war es trotzdem allemal wert!  

Wie ein grünes Meer aus Palmen
 
 
Was die nächsten Tage ansteht haben wir nicht geplant, unsere Reise entsteht eher nach dem "trial and error"-Prinzip oder wie man auch sagen könnte: 

"Sometimes traveling isn't much about arriving, but about the journey itself."
 
 
In diesem Sinne eine schöne Reise ins Wochenende,
liebste Grüße Jil 
 
P.S. Ein kleiner Rückblick auf den Rest meiner Chiang Mai Erlebnisse kommt in den nächsten Tagen ;)

Freitag, 6. Januar 2017

About Tempel and Traditions



Update aus Thailands suessestem, kleinen Computer-Coffee-Shop namens 'Mac Cafe'.

Hier gibt es ausschließlich Macs -  aber wie viele! Kleine, grosse, alte, neue, schwarze, weisse... Rechts neben mir steht sogar der 'Macintosh Classic'. Der dürfte jetzt auch schon an die 26 Jährchen auf dem Buckel haben... Einen Megabyte als Arbeitsspeicher hatten die damals, könnte man sich das in der heutigen Welt überhaupt noch vorstellen?
 

Hier sitze ich jetzt jedenfalls und geniesse es mal wieder auf einer herrlich klackernden Tastatur zu schreiben. Das ist wirklich ein anderes Gefühl, findet ihr nicht auch? Es ist zwar super klasse, dass man inzwischen Blogposts auch vom Handy aus versenden kann, das Gefühl ist dennoch anders.

Hier kommt auf jeden Fall mal eine kleine Bilderflut auf euch zu. Die letzten Tage waren total schön, ich habe mich jetzt schon in Thailand verliebt! Gestern waren meine Zimmergenossin Ploi und ich auf Tempelbesichtigung. 3 Tempel (auf Thailändisch: 'Wat') in Chiang Mai haben wir geschafft! Sie waren alle komplett unterschiedlich - aber wunderschön.
Tempel sind für mich eine Quelle der Ruhe. Man geht in sich, blickt auf Vergangenes und schaut in eine mögliche Zukunft. Man lässt die Umgebung auf sich wirken, ohne viel über die Eindrücke, die auf einen zukommen, nachzudenken. Man nimmt es einfach auf.
Hier zieht man aus Respekt die Schuhe aus, tritt auf leisen Sohlen in das Innere des Tempels und geniesst das Bild, welches sich einem bietet.
Auch wenn man dieser Religion nicht angehört, dankt man, bevor man sich wieder aus dem Tempel verabschiedet. Dieses Ritual hat so eine Kraft in sich und strahlt so viel Energie und Ruhe aus, dass man das Gefühl hat, beschwingter und leichter aus dem Tempel aus zu treten, als man ihn betreten hat. Als wäre ein klein wenig Last von den Schultern genommen.


Nach dem ersten Tempel hatte Ploi noch eine wunderbare Idee. Sie wollte Leben retten. Also taten wir das!
Als erstes mussten wir dafür auf den Markt. In Chiang Mai gibt es unglaublich viele Märkte auf denen es von frischen Gemüse über Trockenfrüchte, Popcorn, einigen undefinierbaren, frittierten Sachen bis hin zu Blumen und ganzen gekochten Gerichten einfach alles gibt. Diese Märkte sind definitiv eine Empfehlung von mir, sollte jemand mal nach Chiang Mai reisen. Besonders Sonntags gibt es hier wohl eine tolle 'Walking-Street', wie die Märkte auch gerne genannt werden - ich werde berichten.
Zurück zu unserer Mission! Wir machten uns also auf den Weg zum nächsten Markt und kauften:
15 Fische! 🐟🐠🐡
Die Atmosphäre in diesem Teil des Markts war - um es nett auszudrücken - nichts für Vegetarier. Noch während wir die Fische kauften, mit der Absicht, diese wieder in ihre Freiheit zu entlassen und ihr auf dass sie hoffentlich noch einige Zeit am Leben blieben, nahm der Mann hinter den Kästen einen Fisch aus dem Wasser und schmiss ihn in einen silbernen Blecheimer. Wissend, was als nächstes passieren würde, aber nicht fähig weg zu schauen drosch der Mann nun mit einem Knüppel-aehnlichen Holz auf den Fisch in dem Eimer ein. Wider und wieder und wieder. Ich war so geschockt von dem Anblick und verstört  von dem skurrilen des Moments - wir, die gerade Leben gerettet hatten und er, der eins beendete - dass meine Hände leicht zitterten, als ich die Tüte mit den Fischen entgegennahm.
Ich weiss - es ist sein Job. Ich weiss - es ist nun mal der Lauf der Dinge, des Lebens.
Dennoch glaube ich, dass die Wenigsten, die so etwas mit angesehen hätten, den Fisch guten Gewissens danach noch hätten verspeisen können.

 

Wir zwei gingen danach jedenfalls zu unserem zweiten Tempelstopp, der Nahe an einem Fluss gelegen war. Hier hielten wir kurz inne denn Ploi wollte noch etwas in thailändisch sagen, was bei diesem Ritual Tradition hat, und dann liessen wir die Fische frei.
Das Gefühl war pures Glück - und ich übertreibe kein Stück. Wer es mir nicht glaubt, macht das auch! Ich verspreche es, es wird sich lohnen.
  


Der Tempel ist der älteste in Chiang Mai, ca 700 Jahre alt!



Um den ältesten Tempel herum befinden sich viele andere, kleinere Tempel.
 Jeder mit seiner eigenen Buddha Statue drinnen 


Nach dem Tag haben wir uns erst mal ein richtiges Festmahl gegönnt: Alles mögliche auf der Speisekarte, was Ploi mir empfehlen konnte! verschiedene Suppen (die Namen der Speisen kann ich mir einfach nicht merken 🙈), gebratene Pilze in einer super leckeren Sosse, Ei und natürlich Reis. Als Nachtisch gab es frische Früchte - besser hätte der Tag nicht sein enden können. Mit gutem Essen, lustigen Gesprächen und den Kopf voller neuer Erfahrungen und Erinnerungen.


Heute hab ich mir eine ganz schöne Reise vorgenommen: Ich möchte rauf auf den Berg Doi Suthep, auf dem das Wahrzeichen Chiang Mai's, der Tempel Wat Phra That Doi Suthep, zu finden ist. Was ich hier gesehen habe und einige unvorhergesehene Wendungen findet ihr in meinem nächsten Post. Bis dahin, liebste Grüße und einen schönen Start ins Wochenende,
Jil 🌴💕









    

Mittwoch, 4. Januar 2017

24hours later...

Happyness is a choice, not a result. Nothing will make you happy until you choose to be happy. No person will make you happy until you decide to be happy. Your happyness will not come to you. It can only come from you. -Unknown 

Gerade jetzt bin ich froh, angekommen zu sein.
24 Stunden, 1 Flug, 2 Trams, 1 Taxi, 3 Busse und 1 Ritschka später sitze ich im Hotel in Chiang Mai, kaputt, aber nicht kaputt genug um schlafen zu gehen. Mein Kopf brummt nur so von Eindrücken. So viele Menschen, Gerüche (wer mich kennt weiß, dass ich ein Geruchs-Mensch bin, und das hier ist entweder die Hölle oder das Paradies!), Autos, Ritschkas, Fahrräder, Roller... Alles so schnell und gleichzeitig die Ruhe selbst. 
Auf dem Weg hier her habe ich direkt mal gemerkt wie blöd es sein kann, in einem Land zu sein und die heimische Sprache nicht zu sprechen. Im Bus von Bangkok nach Chiang Mai hat niemand ein Wort Englisch gesprochen, mit Ausnahme des Busfahrers der wenigstens "Backpack" verstehen konnte. Aber die Aussicht war schön: Oben im Doppeldecker  ganz vorne! Ein Traum. 

  
Als wir dann 2 Buswechsel später (das erste Mal war offensichtlich der Bus kaputt und konnte nicht mehr weiter fahren) um 12 Uhr nachts in Chaing Mai ankamen, ging es für mich erst mal auf Hotel Suche.. Gar nicht so einfach wenn man keinen Plan von a) der Gegend und b) der Sprache hat! 
Naja. Wenn's halt nicht mit Englisch geht, dann eben mit Körpersprache! Mit viel rumgehampel und einigen Verenkungen verstand dann zum Glück der Ritschka Fahrer, was die komische Deutsche wollte. Also brachte er mich mit gefühlten 80kmh zum nächsten Hotel. Diese Fahrt war klasse! Besser hätte er mich nicht aus dem Halbschlaf reißen können.  Aber leider auch etwas kostenspielig. Meine Empfehlung, falls ihr mal vor habt mit wenig Budget nach Thailand zu reisen: Ritschka fahren macht super Spaß, aber ansonsten gibt es genug andere Alternativen, mit denen man schnell und günstiger von a nach b kommt. Ich schreibe aber auf jeden Fall nochmal eine kleine Thailand Zusammenfassung, wenn ich nach Vietnam gehe (Anfang Februar). 

04.01.2017

Heute ging's für mich zu meinem Air b'n'b! Ein verstecktes, aber super herzliches Hotel mit schönen Garten, Café und... freiem WLAN. Das heißt meiner Planung für die nächsten Tage steht nichts mehr im Weg. Eine nette Backpackerin aus London hat mir heute wärmstens ein 'retreat' in einem buddhistischen Tempel empfohlen, gerade bei mir um die Ecke. 
Wenn ich meine Unterkünfte nicht schon gebucht hätte, wäre das auf jeden Fall ganz oben auf meiner Liste gestanden. Jetzt muss ich erst mal abwarten, was meine liebste Reisegefährtin in 7 Tagen davon hält, ein paar Tage in vollkommenen Schweigen zu verbringen und auf Findungs-Suche zu sich selbst zu sein. 

 

Wer schonmal in Thailand war - ich freue mich immer sehr über Empfehlungen und Tips! 
Als nächstes steht auf jeden Fall Streetfood aus den Oma-Küchen auf dem Plan - bin gespannt was ich da serviert bekomme 🙈 

Liebste Grüße & "Pop-Gun-Mai"
Jil 🌴