Donnerstag, 29. Dezember 2016

The ever-growing city



Dubai. Eine Stadt voller Abenteuer, Gegensaetze, neuen Erfahrungen und Traditionen.

Jetzt sind es doch schon ganze 4 Tage (!!) seit dem Flug nach Dubai. Verrueckt?! JA. Das duerfte auch ungefaehr das Wort sein, das am meisten in den letzten 96h in meinem Wortschatz aufgetaucht ist. Crazy.
Verzweifelt habe ich nach einem Ersatz fuer dieses Wort gesucht, aber nichts wurde der Verruecktheit der Dubaianer (ACHTUNG: Neologismus) gerecht. Es gibt hier so viele Hochhaeuser dass ich fast befuerchte, mit heftigen Nackenschmerzen nach Thailand zu fliegen, weil ich einfach dem Drang nicht wiederstehen kann, die ganze Zeit nach oben zu schauen... Aber das duerfte wohl ein geringer Preis fuer das sein, was sich einem da bietet.
Also. Wo wohne ich ueberhaupt in Dubai?
Ich habe das Glueck, bei richtigen Locals wohnen zu duerfen. Hamish kommt aus Schottland, Cathy von den Phillipinen. Richtige Einwohner Dubais eben ;) Die beiden sind wunderbar.
Zu erst war ich mir nicht ganz sicher, ob wir ueberhaupt einen richtigen Draht zueinander finden wuerden, da beide arbeiten und ich natuerlich erst mal die Stadt erkunden wollte - aber es hat sich schnell gezeigt dass es zwischen drin immer Zeit zum quatschen gibt (bevorzugt Nachts, nach langen Tagen und viel Arbeit) und dass es eine Menge gibt, ueber die man sich unterhalten kann. Die zwei Tuerme sind die lieblings Architektur-Attraktion von Cathy. Von der Ferne sehen sie aus, als waere derEine kleiner als der Andere - obwohl sie, wenn man nahe genug an ihnen dran ist, exakt die selbe Hoehe haben. Wie auch immer der Architekt das geschafft hat...!



An meinem ersten Tag bin ich erst mal alleine durch die Stadt gestromert. Nachdem Cathy mich auf dem Weg zu ihrer Arbeit bei den Tuermen abgesetzt hat, bin ich in die Metro und habe mich ein bischen treiben lassen. Nur leider ist mir bald klar geworden, dass ich direkt am ersten Tag in Dubai einen Fehler begangen hatte.
Dubai ist eine moderne Stadt. Mit modernem Transportsystem, modernen Menschen, sehr modernen Gebaeuden - doch... mit alten Traditionen. Ich hatte mir im Vorhinein natuerlich ein paar Gedanken gemacht: Darf ich ueberhaupt mit Bikini an den Strand... Wie wird es sein wenn ich als Frau alleine in der Stadt unterwegs bin... Werde ich schraeg angeschaut wenn ich kein Kopftuch trage und so weiter.
Mir wurde dann immer wieder versichert, dass Dubai sehr fortschrittlich in dieser Hinsicht sei, man sich also keine Gedanken machen muesse.
Nunja - fast richtig.Ich ziehe mir also am ersten Tag - es war heiss draussen und ich wollte nicht in Jeans unterwegs sein - eine kurze Hose an. Jetzt kann man sich natuerlich denken, wie das angekommen ist. Naja, man geht ja auch auf Reisen um was zu lernen...
Am naechsten Tag wusste ich es dann auf jeden Fall besser ;)


Apropos naechster Tag! Darf ich vorstellen; "The most german dude you'll meet outside of Germany!" -> Ahmed!






Das war ein Tag. Viel, viel lachen, laut im Auto zu "Roar"von Katy Perry mitsingen waehrend man eine Corvette ueberholt, Photobombs und ein paar Deutsch Unterrichtsstunden spaeter sitzen Ahmed und ich im Auto vor der Metro Station und koennen beide gar nicht glauben, dass ein ganzer Tag schon rum ist. Er war fuer den Tag mein Dubai-Tourguide und hat mit mir das volle Touri-Programm durchgezogen. (Ich will gar nicht wissen, wie oft er den Satz "The dubai people are insane!" oder "this is crazy!" von mir gehoert hat... Aber wie gesagt, anders kann ich es einfach nicht beschreiben)

Also, hier ist das German-Touri-Program `a la Ahmed:
1. Der wunderschoene Markt (der leider voller Touri-Souveniers war) in der Naehe des 7-Sterne Hotels (da sind wir leider nicht rein. Knapp 100 Euro Eintritt waren mir dann doch ein bisschen zu viel..)
2.Eine Fahrt auf die Palmeninseln inklusive atenberaubenden Ausblick auf die Dubai Skyline:



Der Hafen - "Marina":


3. Die Dubai Mall mit einem Aquarium,welches sich ueber 3 Stockwerke erstreckt und ca 33.000 Seebewohner beherbergt (Haie, Pinguine, Krokodile, Rochen etc.), der Food-mile, dem Wasserfall, einem 25mio Dollar Dinosaurier Skelett, einer Kunsteisbahn und natuerlich der Blick auf den Burj Khalifa mit dem Highlight: Die Springbrunnen die durch Musik gesteuert werden. Ja, das alles in einer Mall. (Hier waere jetzt Platz um die Augenbrauen hochzuziehen und ein kleines "craazy" zu murmeln).
Kleine Ausschnitte aus der Springbrunnen-Show hat man ja schon auf Snapchat gesehen. Die komplette Show allerdings kommt zusammen mit einem kleinen Dubai-Film-Zusammenschnitt, von demher muesst ihr euch noch ein bisschen gedulden ;)

Bis dahin - Geniesst die letzten Tage von 2016! Wie feiert ihr Neuhjahr? Freue mich ueber Updates!
Liebste Gruesse,
 J 🌮





















Montag, 26. Dezember 2016

Day 0

Ist der Start in einen neuen Lebensabschnitt eigentlich Tag 0 oder der 1. Tag? 
Als der gigantische Komplex des Frankfurter Flughafens im Sichtfeld  auftaucht grummelt es dann doch  in der Magengegend. Nicht viel, nur ein kaum merkliches, flaues GefĂŒhl.
 Reisepass. Geld. Handy. 
Alles sicher im kleinen Rucksack verstaut. Trotzdem dieses umbestimmte GefĂŒhl etwas vergessen zu haben. 
"Du fliegst ja nicht in's Niemandsland" höre ich eine Stimme in meinem Kopf, die sich verdĂ€chtig nach der von meiner Mama anhört. Ich muss grinsen weil ich mich an die Endphase meines Packwahns erinnere. Als ich mitten in meinem Zimmer saß, meine Sachen um mich herum verteilt, alles kreuz und quer gestreut und ich einfach nur noch meine Haare raufen wollte. Wie soll ich denn das GepĂ€ck fĂŒr 9 Monate in einen Rucksack quetschen? Wie?!
Da hilft nur noch eins: "hier bleiben" hĂ€tten meine Eltern jetzt gesagt, aber das ist keine Option. Also Plan  B: gnadenlos wegstreichen. Ein paar YouTube-packing Videos, einen großen Kaffe und einige selbstspiegelnde Reflektionen auf die Gandhi stolz gewesen wĂ€re spĂ€ter fand ich mich in einem deutlich kleineren Kreis voller Klamotten, Schlafsack und anderen Reiseutensilien wieder. Jetzt alles in kleine, Sushi-Ă€hnliche Rollen verwandelt und in TĂŒten sortiert (ja, ich habe die Pack-Videos wirklich ernst genommen): fertig! Der Rucksack ging doch tatsĂ€chlich einwandfrei zu! Ich konnte es nicht fassen. 
Und so erstaunlich ging es weiter: Mein Rucksack wiegt nur 15 Kilo! Jetzt kann ja nichts mehr schief gehen. Eigentlich. 

Also gut. Die leicht wehmĂŒtigen Gedanken beiseite schieben und ab geht's. 
Check-In und Terminal finden vergeht wie in einem Wimpernschlag, schon stehen wir am Tresen und trinken den letzten schwarzen Kaffe in Deutschland. Also ich zumindest. 
Plötzlich hören wir lautes Geschreie und dumpfes Tönen aus dem Controll-Bereich. Das aufgeregte GefĂŒhl im Bauch schlĂ€gt in ein ganz anderes um. Angst. 
Der Blick geht von Einem zum Anderen. Die HĂ€nde werden eiskalt. Mein Hund Emmy stellt aufmerksam die Ohren und blickt in Richtung des Aufruhrs. Bumm bumm. Zwei dumpfe SchlĂ€ge. Die Menschen außen herum gehen langsam mehrere Schritte rĂŒckwĂ€rts, es passiert aber nichts weiter.
Als mein Papa schnurstracks zur Quelle des LĂ€rms lĂ€uft stellen sich mir meine Nackenhaare auf. Was macht er denn da??  Das Schreien hat zwischenzeitlich aufgehört, doch jetzt setzt es wieder ein. 
Die Sekunden verstreichen.
Dann endlich, Erleichterung. Papa kommt wieder zurĂŒck. Die GerĂ€usche rĂŒhrten von einem Epileptischen Anfall, der Mann lĂ€ge am Boden und einige Wachposten hielten ihn dort fest. Trotzdem kann man das GefĂŒhl der Beklommenheit nicht leugnen. Den Adrenalinschub, der einen zusammenfahren lĂ€sst, sobald auch nur jemand einen Koffer zu hektisch hinter sich herzieht. 
Doch jetzt ist keine Zeit ĂŒber ein "wenn.." oder ein "stell dir vor..." nachzudenken, denn wir sind an der security-control angelangt. Zeit, Abschied zu nehmen.

Um ehrlich zu sein, möchte ich ĂŒber diesen Abschied nicht schreiben. Jeder weiß wie Abschied ist. Niemand mag ihn. Auch wenn in jedem Abschied ein kleiner oder grĂ¶ĂŸerer Neuanfang steckt, der Schmerz bleibt. 
Also gehe ich nun durch die Kontrolle - noch ein letztes Mal umdrehen - laufe um die Ecke und schon ist mir die Sicht zurĂŒck versperrt. Jetzt geht es los. Ich versuche gerade mir die TrĂ€nen von den Wangen zu wischen ohne schwarze Streifen zu hinterlassen, als mich eine freundliche Stimme von hinten anspricht: "Man siehts kaum." Der junge Mann schaut mich freundlich an und schenkt mir ein aufmunterndes LĂ€cheln. "Nur auf Urlaub oder ist es ein lĂ€ngerer Abschied?" Fragt er mich. Ich erzĂ€hle ihm ein bisschen von meinen PlĂ€nen. Wir unterhalten uns den ganzen Weg durch die Kontrolle. Er hat seinen Job gekĂŒndigt und ist jetzt fĂŒr einige Zeit  in der Weltgeschichte unterwegs, erst mal alleine bis ihn dann spĂ€ter fĂŒr ein paar Wochen Freunde besuchen und sie gemeinsam durch's Land reisen. Das kommt mir irgendwie bekannt vor. Auch er hat nur einen Rucksack dabei, 15 Kg schwer so wie meiner. Wer mich kennt, weiß, dass ich nicht an ZufĂ€lle glaube. 
Als sich unsere Wege trennen - ich ab in den Duty Free Shop und er zu seinem Gate - bin ich unglaublich froh, dass ich ihn treffen durfte. Auch wenn die Begegnung nur von kurzer Dauer war und wir uns kaum kennen, den Abschied hat es mir leichter gemacht. Also, falls du das ließt: Danke. 

Jetzt sitze ich also im Flugzeug, neben mir eine sehr nette, Ă€ltere Dame (die ĂŒbrigens angenehm riecht, sie weiß was gemeint ist ;) ), und verfasse meinen ersten Post. Viel Bilder bekommt ihr heute noch nicht zu sehen - das Flugzeug essen war eher semi Instagam tauglich... Immerhin gabs was vegetarisches. Und zwei SalatblĂ€tter. Und Kaffee. #Coffeeforpresident
Die nĂ€chsten 7 Tage verbringe ich also in Dubai. Strand, Altstadt, Mall, Burj Khalifa, Feuerwerk, WĂŒste, Hafen... Man könnte wohl noch ewig weiter machen wenn es um die SehenswĂŒrdigkeiten in Dubai geht. Was dann letztendlich rauskommt, wird sich zeigen. Ich werde euch auf jeden Fall darĂŒber auf dem Laufenden halten. Bis dahin, liebste GrĂŒĂŸe aus Dubai
Jil